Am Freiburger Materialforschungszentrum (FMF) haben Forscher erstmalig Mumien mit Terahertz-Strahlung durchleuchtet. Die Wissenschaftler bedienten sich dabei der Technik, auf der die diskutierten Nacktscanner an Flughäfen basieren. Mit einem speziell entwickelten Scanner will Andreas Bitzer Mumien letzte Geheimnisse entreißen.
Mumienhand im Terahertz-Scanner..
(Bild: FMF)
In ersten Studien zeigten die Forscher, dass etwa die Struktur der Knochen im Terahertzbild deutlich erkennbar ist. Aber auch Grabbeigaben, wie Amulette oder Waffen, lassen sich laut dem FMF in noch verpackten (einbandagierten) Mumien auffinden. Da viele chemische Substanzen einen charakteristischen Fingerabdruck im Terahertzfrequenzbereich hinterlassen, besteht außerdem die berechtigte Hoffnung, dass sich damit etwa die Zusammensetzung der damals verwendeten Einbalsamierungssubstanzen entschlüsseln ließe. Im gegenwärtigen Messaufbau am FMF müssen einzelne Mumienteile, zum Beispiel eine Hand oder ein Fuß, noch separat durchleuchtet werden. Er soll in Zukunft entsprechend erweitert werden, um Mumien vollständig scannen zu können.
Strahlen, die Mumien unter die Haut gehen
Da die Terahertz-Strahlung kein Wasser durchdringen kann, wird sie laut den Wissenschaftlern beim lebenden Menschen fast vollständig vom wasserhaltigen Körper reflektiert. Das heißt, man erhält mit einem gängigen Terahertz-Körperscanner nur Informationen von Objekten, die sich auf der Hautoberfläche befinden. Mumien sind jedoch nahezu wasserfrei und das Terahertz-Licht kann somit, ähnlich wie Röntgenstrahlen, weit unter die Haut und sogar durch den Körper hindurchstrahlen. Im Gegensatz zum Röntgen ist die Strahlung jedoch “nicht-ionisierend” und damit für das Mumiengewebe vollkommen unschädlich. In den Mumien eventuell noch vorhandene DNA-Fragmente werden nicht zerstört.
Bild:
Mumienhand im Terahertz-Scanner. Quelle: FMF
Tags: mumien, nacktscanner, terahertz-scanner

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