Waffen, Hybriden, Folter: Wissenschaftler ziehen ethische Forschungsgrenze

Der Senat der Max-Planck-Gesellschaft hat am Freitag die “Hinweise und Regeln der Max-Planck-Gesellschaft zum verantwortlichen Umgang mit Forschungsfreiheit und Forschungsrisiken” verabschiedet. Die Regeln sollen den Blick der Wissenschaftler für möglichen Missbrauch schärfen, auch, wo er nicht unbedingt auf der Hand liegt. Die Hinweise verstehen sich als ethische Leitlinien.


Wie die Forschungsgesellschaft betonte, seien diese Regeln für die so genannten Fälle von “Dual Use” besonders wichtig. So können Ergebnisse von Forschung missbraucht werden, wenn sie in die falschen Hände geraten. Im Bereich der Verteidigungs- und Waffentechnik birgt die Materialforschung und die Nanotechnologie die Gefahr, zur Entwicklung von Angriffswaffen zu führen. Mit der Forschung in der molekularen Pflanzengenetik ist das Risiko von Bioangriffen auf Saatgut verbunden. Forschung an Stammzellen kann zur Schaffung von Hybriden missbraucht werden. Fehlverhalten ist nicht auf die Naturwissenschaften begrenzt: Neue Foltermethoden oder aggressive Vernehmungstechniken könnten von neuerer psychologischer Forschung profitieren.

Als allgemeinen Grundsatz formuliert die Max-Planck-Gesellschaft: “Die Forschung in der Max-Planck-Gesellschaft dient der Wissensvermehrung und ist dem Wohl der Menschheit und dem Schutz der Umwelt verpflichtet. Der Wissenschaftler hat deswegen eine – unmittelbare und mittelbare – Schädigung von Mensch und Umwelt so weit wie möglich zu vermeiden oder zu vermindern.” Dies bedeute, dass der Wissenschaftler zunächst die von seiner Forschung im Missbrauchsfall ausgehenden Gefahren mitdenken müsse und das Prinzip der Forschungsfreiheit und Transparenz gegenüber möglichen Gefahren abwägen solle.

Mit den neu geschaffenen Regeln zieht die Max-Planck-Gesellschaft nach eigenen Angaben bewusst die Lehren aus der Forschung ihrer Vorgängerorganisation, der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, die sich vor allem während der Zeit des Nationalsozialismus über ethische Grenzen hinweg gesetzt hatte.

Verweis:
Max-Planck-Gesellschaft

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  1. Zelina’s avatar

    Ich persönlich finde Folter extrem schlimm und durch nichts zu rechtfertigen. Allerdings denke ich sind da weniger die Folterer strafrechtlich zu belangen sondern eher die Menschen die das anordnen. Ich habe mich etwas mit dem Milgram Experiment beschäftigt und da kommt ganz klar zum Ausdruck, wie die Menschen manipuliert werden. Gut ich bin erst am Anfang meiner Psychologie Studien, aber die Ergebnisse des Milgram Expirements sprechen einfach für sich.

  2. admin’s avatar

    Anmerkung: Beim Milgram-Experiment ging/geht es darum, zu testen, inwieweit Menschen entgegen ihrem Gewissen dazu bereit sind, Obrigkeitsanweisungen durchzuführen. Mehr Infos auf der Seite von Zelina: http://erwachen.org/psychologie/milgram-experiment/

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