Die Forschungsrakete Maxus 8 startete am Freitag erfolgreich vom Weltraumzentrum Esrange bei Kiruna in Nordschweden. An der Mission der Europäischen Weltraumorganisation ESA war das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) maßgeblich beteiligt. An Bord fanden zahlreiche Experimente statt.

Am Freitag, 26. März 2010, startete um 14.43 Uhr die Forschungsrakete MAXUS 8 von Esrange bei Kiruna in Nordschweden.
(Bild: Astrium Space Transportation, Dr. Irmin Meyer.)
Während des parabelförmigen Flugs wurden drei materialwissenschaftliche und ein gravitationsbiologisches Experiment erfolgreich durchgeführt. So haben Wissenschaftler der Universität Bonn ein Experiment zur Gravitationsbiologie durchgeführt, um die zellulären und molekularbiologischen Mechanismen der Schwerkraftwahrnehmung bei Pflanzen weiter aufklären zu können.
Das Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und angewandte Materialforschung in Bremen leitete ein Experiment, das das Abriebs- und
Festigkeitsverhalten von Nanopartikeln des Metalls Nickel in der Schwerelosigkeit untersucht wird. Die hierbei gewonnenen Daten, etwa über die Größe und Struktur der gebildeten Produkte, können zur Verbesserung des Designs und der Eigenschaften von technischen Katalysatoren, Nano-Magneten oder bestimmten Sensoren eingesetzt werden.
In einem materialwissenschaftlichen Experiment der Universität Trondheim sollen Diffusionsvorgänge in Schmelzen von Metall-Legierungen und Halbleitern erforscht werden. Untersucht werden Legierungen von hohem industriellem Interesse, etwa für Automotoren, Flugzeugturbinen oder Solarzellen. Wissenschaftler aus dem DLR-Institut für Materialphysik im Weltraum (Köln) und von ACCESS in Aachen sind an diesem Experiment beteiligt.
In einem vierten Experiment wurde unter Leitung des Instituts Polytechnique de Grenoble das Schmelz- und Erstarrungsverhalten in technisch und kommerziell eingesetzten Metall-Legierungen aus Titan und Aluminium erforscht.
Schwerelos für 13 Minuten
Die Rakete vom Typ “Castor 4B” ermöglicht es, Nutzlasten von etwa 800 Kilogramm bis in eine Höhe von 750 Kilometern zu transportieren. Auf dem ballistischen Flug der MAXUS-Rakete herrscht für rund 13 Minuten Schwerelosigkeit. Die Experimente werden dabei in übereinander liegenden, autonomen Einzelmodulen innerhalb der Rakete durchgeführt.
Verweise:
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt
Universität Bonn
Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und angewandte Materialforschung
Universität Trondheim (Norwegen)
Instituts Polytechnique de Grenoble (Frankreich)

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