Herzinfarkt: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie reduziert Menschen auf Kostenfaktor

“Herzbericht: Herzinfarkt bleibt Männersache – Herzinfarkt kostet 1,841 Milliarden Euro pro Jahr”, so Christiane Limberg von der Pressestelle ‘Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V.’ in der jüngste Pressemitteilung der Gesellschaft. Das Menschenbild der DGK zum Nachlesen und Nachdenken…


Der komplette Inhalt der Pressemitteilung:

Herzbericht: Herzinfarkt bleibt Männersache – Herzinfarkt kostet 1,841 Milliarden Euro pro Jahr

Akuter Herzinfarkt ist in Deutschland überwiegend eine Männerkrankheit. Männer werden weit häufiger wegen eines Herzinfarkts in ein Krankenhaus eingeliefert als Frauen, sie versterben häufiger daran als Frauen und belasten damit das Gesundheitsbudget weit stärker als Frauen. Das ist ein Ergebnis des auf dem Herbstkongress der DGK in Düsseldorf vorgestellten Herzberichts von Dr. Ernst Bruckenberger. 253,9 Männer pro 100.000 Einwohner wurden (2009) wegen eines akuten Infarktes in ein Krankenhaus eingeliefert, die Zahl der Männer lag mit 330,2 um 82,9 Prozent über jener der Frauen (180,5).

Die Sterbeziffer bei akutem Herzinfarkt liegt insgesamt bei 68,7 pro 100.000 Einwohner. Bei Männern mit 77,1 um 27 Prozent über jener der Frauen (60,7).
Dieser Trend spiegelt sich auch bei den Krankheitskosten für Herzinfarkte wieder: Nach der aktuellen Krankheitskostenrechnung des Statistischen Bundesamtes (2008) entstanden für die Prävention, Behandlung, Rehabilitation und Pflege von an einem akuten Herzinfarkt erkrankten Menschen Kosten von 1,841 Milliarden Euro (Männer 1,218 Milliarden, Frauen 623 Millionen). Die Krankheitskosten des akuten Herzinfarkts der Männer lagen insgesamt 95,5 Prozent über den Krankheitskosten der Frauen. Mit zunehmendem Alter verringerte sich der Abstand.o Huchard.


KOS-Kommentar: Solche Meldungen erinnern unschön an vergangene Zeiten, die man nicht zurückhaben will. Das menschliche Leben einer ganzen Bevölkerungsgruppe wird auf den Kostenfaktor reduziert und als “belastend” für ein Budget beschrieben. In meinen Augen eine pietätlose und menschenverachtende Meldung – ein Schlag ins Gesicht eines jedes Menschen, der einen männlichen Angehörigen verloren hat, der an einem Herzinfarkt verstorben ist. Man fragt sich, was die DGK mit der Mitteilung sagen will. Hoffentlich eine Ausnahme in der gegenwärtigen Forscherlandschaft.


Verweis:
Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V.

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